Staus auf der A7

Einmal quer durch Deutschland reisen, ohne dafür die Autobahn mehrfach wechseln zu müssen – alle, die das gerne machen möchten, die müssen nur auf der A7 fahren. Die Autobahn 7 ist mit ihren 962 km die längste Autobahn in Deutschland und eine der längsten Straßen in Europa. Sie beginnt im hohen Norden, genauer gesagt im dänischen Ellund und sie führt dann durch sechs deutsche Bundesländer bis nach Füssen im Süden, kurz vor die Grenze zu Österreich.

Die A7 ist eine Autobahn mit einer sehr langen Geschichte und sie gehört heute zu den Autobahnen in Deutschland, die am meisten befahren werden. Wer vom Norden in den Süden oder umgekehrt auf der A7 reist, der muss sich auch auf viele Staus einstellen, denn irgendwo auf dieser langen Autobahn ist immer etwas los, das für einen Stau sorgt.

Eine Straße aus dem Mittelalter

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Schon im Mittelalter gab es Pläne eine Handelsstraße durch Deutschland zu bauen, und starten sollte diese Straße im Norden des Landes. Eine befestigte Straße war notwendig, denn zu dieser Zeit mussten sich die Kutschen und Pferdewagen mühsam ihren Weg durch Morast und Schnee bahnen. Das dauerte und viele Teile des Landes konnten daher nur in sehr unregelmäßigen Abständen mit allem versorgt werden, was nötig war. Ein Teilstück der heutigen A7 ist zum Beispiel der berühmte Ochsenweg, der zwischen Hamburg und Flensburg verlief und eine wichtige Verbindung für den Handel mit Skandinavien darstellte. Konkret wurden die Pläne für eine Straße, die Deutschland einmal von Norden nach Süden durchquert, aber erst im Jahre 1926.

Der Bau der A7

Das erste Teilstück der A7 entstand Ende der 1930er Jahre und führte von Göttingen in Niedersachsen bis nach Bad Hersfeld im Norden von Hessen. Zwischen 1937 und 1939 wurde aber auch die Strecke zwischen Bad Hersfeld und Würzburg ausgebaut und mit Brücken versehen, aber mit Ausbruch des Zweiten Weltkriegs mussten die Bauarbeiten eingestellt werden. Einige der Brücken, die durch den Spessart führen, stehen heute unter Denkmalschutz.

Nach dem Krieg wurden die Arbeiten am Bau der Autobahn 7 wieder aufgenommen, das nächste Teilstück war im Norden und verband die Hansestadt Hamburg mit Göttingen. In den 1970er Jahren rutschte die A7 dann noch weiter in den Norden, als das Teilstück nach Dänemark fertiggestellt wurde. Auch im Süden wurde fleißig weitergebaut und 1972 konnte der nächste Abschnitt zwischen Würzburg und Kempten im Allgäu für den Verkehr freigegeben werden. 20 Jahre später wurde die A7 dann schließlich von Kempten bis nach Füssen und damit bis an die österreichische Grenze gebaut.

Die A7 ist aber nicht nur eine Autobahn, sie ist auch eine Europastraße. Zwischen dem dänischen Ellund und dem Anschluss in Biebelsried wird aus der A7 die E 45 und von Biebelsried nach Memmingen ist die Autobahn 7 die Europastraße 43. Noch einmal zwischen Memmingen und Füssen wird aus der A7 eine Europastraße, und zwar die E 532.

Viele Bauarbeiten

Auf der A7 wird eigentlich ständig irgendwo gebaut, denn die Autobahn ist lang und auf fast allen Abschnitten kommt es immer mal wieder zu Problemen. Im Mittelpunkt der Bauarbeiten stehen aber die Verbreiterungen der Fahrbahnen, denn wo es früher nur zwei Spuren gab, entstehen vier oder sogar sechs Fahrspuren, die das große Staurisiko auf der A7 in Grenzen halten sollen. Einer der Abschnitte, auf denen besonders viel Verkehr ist, das ist der Abschnitt zwischen Hamburg und Hildesheim. Hier bilden sich jeden Tag Staus in unterschiedlichen Längen und um eine zügige Fahrt zu gewährleisten, wurden sechs Spuren eingerichtet. Besonders stark ist der Verkehr auch zwischen Hildesheim und Göttingen, aber dort ist die A7 immer noch vierspurig. Zwar ist es seit 2009 an den Steigungen erlaubt, bei einem Stau auch den Standstreifen zu nutzen, aber eine endgültige Lösung ist das nicht und wer diese Strecke befährt, der sollte sich auf lange Staus einrichten.

Zwischen Göttingen und Bad Hersfeld liegt das berüchtigte Hattenbacher Dreieck, ein Knotenpunkt, der regelmäßig durch lange Staus auf der A7 von sich reden macht. Zwar ist diese Strecke auf sechs Spuren ausgebaut worden, aber besonders in den Ferienzeiten staut es sich dort nach wie vor gern. Vierspurig geht es von Bad Hersfeld bis nach Füssen weiter und da es dort besonders viele Baustellen gibt, müssen alle Autofahrer, die in Richtung Österreich unterwegs sind, damit rechnen, lange Stunden in einem der vielen Staus zu stehen.

Eine Straße der Besonderheiten

Die A7 ist lang und es gibt entsprechend viele Besonderheiten auf dieser Straße. So kann man auf der A7 zum Beispiel über 1.000 Brücken zählen und es gibt 140 Auf- und Abfahrten. Zwischen Tarp und Owschlag gibt es einen kleinen Behelfsflugplatz, der heute allerdings nur für militärische Zwecke genutzt wird. Wer bei Rendsburg über die A7 fährt, der fährt auch über die zweitlängste Straßenbrücke in Deutschland, die 1.498 m lange Europabrücke, die den Nord-Ostsee-Kanal überspannt.

Im nördlichsten Teilstück der A7 zwischen Hamburg und der dänischen Grenze gibt es eine sogenannte Verkehrsbeeinflussungsanlage, die immer an den Wochenenden im Sommer zum Einsatz kommt, wenn viele Reisende auf dem Weg zu den Stränden an Nord- und Ostsee sind. Die Anlage gibt dann nach Bedarf den dritten Fahrstreifen für den Verkehr frei, um endlose Staus zu vermeiden.

Wer auf der A7 nach Süden fährt und dabei durch Memmingen kommt, der sollte es nicht versäumen auf der Raststätte Illertal Ost eine kleine Pause einzulegen, denn diese Raststätte ist etwas ganz Besonderes. Auf den ersten Blick wirkt diese Raststätte wie ein kleines Märchenland. Entworfen wurden die krummen Wände und die Türmchen, die an Eistüten erinnern, von Herbert Maierhofer und es ist kein Wunder, dass in dieser märchenhaften Raststätte immer Hochbetrieb herrscht. Aber entlang der A7 gibt es noch 44 Raststätten, die bewirtschaftet und 158 Rastplätze, die nicht bewirtschaftet werden.

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Die Zukunft der A7

Die meisten Autofahrer schimpfen über die vielen Baustellen und Staus entlang der A7, aber auch wenn diese Baustellen nerven, sie sorgen dafür, dass es in Zukunft auf der längsten Autobahn Deutschland noch schneller vorangeht. An den wichtigen Knotenpunkten, wie zum Beispiel an den Abschnitten Seesen und Echte oder auch vor dem Elbtunnel wird die A7 auf acht Spuren ausgebaut, damit die Autofahrer sich nicht mehr über einen Stau ärgern müssen.

Stau-A7.de

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